Rede zur Gedenkfeier an den Drei Kiefern

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Rede an den Drei Kiefern von Jennifer Brockmann 

Traditionell kommen wir mit unserem Umzug hierher zu den 3 Kiefern, der Gründungsstätte des Heimfelder Schützenvereins, um einen Moment innezuhalten. 
„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, sagt man, und so verweilen wir Jahr für Jahr kurz an der Wiege unseres Vereins und besinnen uns auf unsere Gründer, unsere Werte, auf das, was unseren Verein und unser Miteinander ausmacht.
Gedenken wir also derer, die den Heimfelder Schützenverein gegründet haben, derer die vorangegangen sind und den Weg geebnet haben für uns, für das Vereinsleben, das wir heute kennen und leben.
Es ist ein Moment, in dem wir gemeinsam zurückblicken auf das, was hinter uns liegt.
Begründet einst aus militärischen Zwecken zur Verteidigung der Städte, entwickelte sich das Schützenwesen über eine politische Bewegung bis hin zum Sportschießen wie wir es heute kennen.
Unsere Schützenvereine haben sich entwickelt, weiterentwickelt über die Zeit.
Was alle Phasen eint, ist das Miteinander, der Zusammenhalt.
Möglich wird Weiterentwicklung durch diejenigen, die nicht nur Bestehendes verwalten, sondern auch in die Zukunft blicken.
Die bereit sind voranzugehen, Vereinsleben und Traditionen neu zu denken und zukunftsfähig zu machen.

„Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“, so sagte einst der französische Politiker Jean Jaurés.

Ein wichtiger Grundsatz, den Generationen von Schützen und Schützinnen vor uns gelebt haben, bewusst oder unbewusst.
In der Entwicklung von militärischen Zwecken hin zum Sport.
In der Gründung von Jugendabteilungen und der damit verbundenen Weitergabe von Werten und sportlichem Wissen.
In der Aufnahme von Frauen in die einst männlich geprägten Vereine.

Denken wir also heute an die, die vorangingen.
Die Schützenschwestern, die sich trauten zu sagen „wir möchten dabei sein“, Damenabteilungen gründeten und sich im Sportschießen übten.
Die Schützenbrüder, die darin keine Bedrohung sahen, sondern Chancen, die ihren Sport und ihre Traditionen weitergaben und damit Gleichberechtigung und Vielfalt einziehen ließen.
Die Schützen und Schützinnen, die sich als erste der Jugend annahmen und unseren Sport für eine neue Generation zugänglich machten.
Diejenigen, die das gesellschaftliche Potential des Schützenwesens erkannten und unsere Vereine in die Zukunft trugen, als ihr militärischer Zweck ausgedient hatte.
Ohne sie alle würden wir hier heute nicht in dieser Form, dieser Vielfalt stehen.
Schützenwesen verbindet – Generationen, Geschlechter, Nationalitäten.
Und in Gedenken an die Generationen vor uns wollen wir nicht nur Traditionen wahren, sondern auch einen Auftrag mitnehmen.
Den Auftrag, nicht nur zurück, sondern auch nach vorn zu blicken.
Das Schützenwesen zu bewahren, indem wir es zukunftsfähig machen, Traditionen neu denken und unsere Werte wie Zusammenhalt und Toleranz weitergeben an die nächste Generation.
Lasst uns das Feuer weitergeben an die, die uns nachfolgen.